Neuerscheinung:

 

Anton Bruckner & Michael Haydn

Motetten (März 2021)

 

Ausführende:

MDR Rundfunkchor Leipzig

Sebastian Krause, Eckart Wiegräbe, Uwe Gebel, Fernando Günther (Posaune)

Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Pentatone

 

Kritiken:

 

„(…), die eigentliche Arbeit jedoch leisten der vorzügliche MDR Chor und Philipp Ahmann. Es ist die erste Einspielung Ahmanns in seiner neuen Position als Leiter eines der traditionsreichsten und bestbesetzten Vokalensembles der ARD, das ihm schon vorher durch eine regelmäßige Zusammenarbeit vertraut war. Mit dem Wechsel scheint Ahmann als ehemaliger Chefdirigent des NDR Chores, wo er von 2008 bis 2018 wirkte, die richtige Wahl getroffen zu haben. Das ist auch auf der CD eindrucksvoll zu hören.

Die Motetten glänzen mit pastosem Schmelz, mit geschmeidiger Legato-Kultur und dynamischer Flexibilität, vom zartesten Pianissimo bis zum wuchtigen, aber nie brachialen Forte. Beeindruckend ist dabei, wie homogen und doch facettenreichen der Gesamtklang des MDR Chores stets bleibt. (…)“

***** Ensembleklang

***** Interpretation

Guido Krawinkel, Chorzeit, Juli 2021

 

 

„(…) Interpretatorisch lässt die Aufnahme nichts zu wünschen übrig. Sie bedient Haydn „volkstümliche“, aber nie banale Herzlichkeit genauso adäquat wie Bruckners unvergleichliche Modulationswunder. Die technischen Voraussetzungen des Chores in Sachen Intonation, Artikulation und ausgesucht entspannt-„schöner“ Tongebung bei großer Kraftentfaltung wie in hohen Lagen sind superb. Das ist es aber nicht allein: Allemal erfordern zumal die Bruckner-Motetten einen großen Atem und dramaturgischen Bogen, jenes bewusste Gefühl für die Proportion von Spannung und Lösung, das über große Taktgruppen hinweg trägt und den Gang durch harmonischen Räume, den Übergang von ganz laut zu ganz leise bruchlos gestaltet. Diese Anforderungen werden hier mustergültig erfüllt - ein Stück wie „Christus factus est“ bewirkt beim Hörer tatsächlich jene psychedelische Transformation, die sich der Komponist gewünscht haben mag.“

Markus Schwering, Kölner Stadtanzeiger, Juli 2021

 

 

„(…) I happened to listen to it on Qobuz myself and was thoroughly bowled over by both the performances of the well-known Bruckner choral works and the new (to me) choral music of Michael Haydn.

(…) Not only are the performances at the highest level, but I’d say that the sound quality has probably reached a new pinnacle of realism in recordings of choral music. (…)

The Bruckner works have been recorded many times before, and, although a number of previous recordings have certainly captured the essence of this music, I’ve never heard the choral balance as much to my liking as on this recording.

To my ears, some choral recordings are top heavy, with too much of the soprano parts in the balance, so that when one arrives at a particularly intense portion of a work (such as the fortississimo – or, as we Yanks like to say, “triple forte” – climax on the word, “pacem” in bar 47 of Virga Jesse – 2:04 in this performance), the sound becomes more than a bit piercing. There’s not even a trace of that problem on this Pentatone release. I did a comparison of a few of the Bruckner works on this recording with those on the hänssler Classic recording, with Marcus Creed and the SWR Vokalensemble Stuttgart (part of hänssler’s SWR music series). This is another recording I love, and I picked it for comparison because it’s also recorded in multi-channel (as a physical SACD).

Of course, it has Bruckner’s E-minor Mass on it, instead of the Michael Haydn works. And the works on the hänssler recording are also performed and recorded wonderfully (with a bit more sound in the surround channels). But, if forced to make a choice between the two, I’d pick this Pentatone album for its even closer to perfect choral balance and even more tactile sound quality. (…)

Philipp Ahmann seems to have considered every aspect of interpretation of these Bruckner works, with the MDR Leipzig Radio Choir producing a total achievement in terms of intonation, balance, dynamic range, nuance/color, and shaping of the phrases. In the two tracks which include trombones (Inveni David and Afferentur regi), those instruments are balanced perfectly, and almost sound like natural extensions of the choral texture itself. Outstanding!

(…) Yes, come for the Bruckner, but, by all means, stay for the Michael Haydn!

This is an incredible release.“

Chris Salocks, musicweb-international.com, June 2021

Deutsche Übersetzung:

„(…) ich habe sie zufällig auf Qobuz gehört und war sowohl von den Aufführungen der bekannten Bruckner-Chorwerke als auch von den (mir) neuen Chorwerken von Michael Haydn vollkommen überwältigt. (…) Nicht nur die Darbietungen sind auf höchstem Niveau, sondern ich würde sagen, dass die Klangqualität bei Aufnahmen von Chormusik hier wahrscheinlich einen neuen Höhepunkt der Realisierung erreicht hat. (…)

Die Bruckner-Werke wurden schon viele Male aufgenommen, und obwohl eine Reihe früherer Aufnahmen sicherlich die Essenz dieser Musik eingefangen haben, hat mir die Chorbalance noch nie so gut gefallen wie bei dieser Aufnahme. In meinen Ohren sind manche Choraufnahmen höhenlastig, mit zu viel Sopran in der Balance, sodass bei einem besonders intensiven Teil eines Werkes (wie dem Fortississimo-, oder wie wir Amis gerne sagen, „triple forte“-Höhepunkt auf dem Wort, „pacem“ in Takt 47 von Virga Jesse – 2:04 in dieser Aufführung), der Klang mehr als ein bisschen schrill wird.

Auf dieser Pentatone-Veröffentlichung gibt es nicht einmal eine Spur eines solchen Problems. Ich habe einige Bruckner-Werke auf dieser Aufnahme mit denen auf der Hänssler-Classic-Aufnahme verglichen, mit Marcus Creed und dem SWR Vokalensemble Stuttgart (Teil der hänssler SWR Musikreihe). Das ist eine weitere Aufnahme, die ich liebe, und ich habe sie zum Vergleich ausgewählt, da sie auch mehrkanalig (als physische SACD) aufgenommen wurde. Natürlich ist anstatt der Michael Haydn-Werke Bruckners e-Moll-Messe darauf. Und auch die Werke auf der Hänssler-Aufnahme sind wunderbar aufgeführt und aufgenommen (mit etwas mehr Ton in den Surround-Kanälen). Aber wenn ich gezwungen wäre, zwischen den beiden zu wählen, würde ich dieses Pentatone-Album wegen seiner noch größeren Nähe zur perfekten Chorbalance und noch greifbareren Klangqualität wählen. (…)

Philipp Ahmann scheint alle Aspekte der Interpretation dieser Bruckner-Werke berücksichtigt zu haben, mit dem MDR-Rundfunkchor Leipzig, der eine vollkommene Vollendung in Bezug auf Intonation, Balance, Dynamik, Nuance/Farbe und Formgebung der Phrasen erreicht. In den beiden Tracks, die Posaunen enthalten („Inveni David“ und „Afferentur regi“), sind diese Instrumente perfekt ausbalanciert und klingen fast wie natürliche Erweiterungen des Chores selbst. Herausragend!

(…) Ja, kommen Sie wegen Bruckner, aber bleiben Sie auf jeden Fall wegen Michael Haydn! Dies ist eine unglaubliche Veröffentlichung.“

Chris Salocks, musicweb-international.com, Juni 2021

 

 

„Für den Leipziger Rundfunkchor sind Bruckners klanggewaltige Motetten Pflichtprogramm. Wer dieses Ensemble dirigiert, muss sie im Schlaf beherrschen. Was der junge Chorleiter Philipp Ahmann selbstverständlich kann, wie er auf dieser CD beweist. (…) Von der Leistungsfähigkeit des Chores zu schwärmen, hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Dennoch setzt Ahmann eigene Akzente: Der MDR-Chor klingt unter seinen Händen noch eine Spur wärmer als in früheren Jahren.“

Hagen Kunze, kreuzer – Das Leipzig Magazin, 30. Juni 2021

 

 

„Anton Bruckners Motetten gelingen dem MDR-Chor unter der Leitung von Philipp Ahmann bezwingend – Philipp Ahmann hat mit seinem MDR-Rundfunkchor bei Pentatone eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Platte vorgelegt. (…) – Potenter Chor – Der MDR-Chor, den Philipp Ahmann nach langen Jahren in Hamburg beim NDR seit 2020 leitet, erweist sich als kultiviertes Ensemble, getragen von konzentrierten, klar profilierten Registern, auf deren Basis eine leuchtende Linearität entfaltet wird. Ahmann geht behutsam auf die Eigenarten Haydns ein, verhilft im Verbund mit dem Chor dessen Musik zu Größe und Glaubwürdigkeit – auf großem Atem, dazu mit bestechend klarer Diktion. In keiner der beiden ästhetischen Sphären lässt das Ensemble diese Qualitäten vermissen. Bei Bruckner ist eine nochmals gesteigerte Weite der Ausdrucksmöglichkeiten zu verzeichnen, auch dynamisch: In dieser Hinsicht ist der MDR-Rundfunkchor ein Klangkörper, der seine Mittel perfekt zu kontrollieren weiß, so dass feinste Differenzen – in relativ großer Besetzung hochattraktiv – ebenso zur Geltung kommen wie die energische Attacke. Dabei entfaltet der Chor auch in extremen Randlagen – hoch wie tief – einen sehr freien, unforcierten Klang. Das von vier Posaunen begleitete Offertorium 'Inveni David' lässt einen veritablen Männerchor hören, in für Bruckner typischer Klanglichkeit.

Philipp Ahmann lässt in fließenden, freien, niemals gedrängten Tempi musizieren, auf der Basis eines schönen Grundpulses. Intonatorisch sind keinerlei Probleme zu verzeichnen, in allen Lagen und Registern gerät diese Sphäre gelöst und selbstverständlich. Vor allem Bruckner, aber auch Haydn werden mit einem Fest der weit gespannten Linie gefeiert, gegliedert mit klug gesetzten Akzenten und Generalpausen, die nicht nur bei Bruckner ein Stilmittel sind. Das Klangbild der in der Leipziger Paul-Gerhardt-Kirche entstandenen Aufnahme ist von einiger Größe, gliedert das Volumen klar und nachvollziehbar, lässt die Register in gelungener Balance Profil gewinnen.

Jeder Chor von solchem Format muss Bruckners Motetten lieben – etliche Neueinspielungen in jüngerer Vergangenheit zeugen von einer gewissen Renaissance. Sie gelingen auch hier beim MDR-Chor bezwingend. (…)“

Dr. Matthias Lange, Klassik.com, 12.5.2021

 

 

„Philipp Ahmanns MDR-Chor präsentiert geistliche Chormusik nah an der Vollkommenheit – Philipp Ahmann hat mit seinem MDR-Rundfunkchor eine CD produziert, die Motetten Anton Bruckners und Michael Haydns kombiniert und musikalisch wie aufnahmetechnisch reif für die Insel ist.

(…) Etwas anderes ist es allerdings, wenn sich der Chor des Mitteldeutschen Rundfunks und sein neuer Chef Philipp Ahmann auf ihrer neuen CD dieser Musik annehmen. Denn sie sind der perfekte Klangkörper für Bruckners aphoristisch überbordenden Reichtum. Zunächst einmal ist der Chor groß, was sich bestens trifft mit der Ästhetik des grundsätzlich groß denkenden Bruckner. Und weil er überdies sensationell gut ist, geht, seinem Bruckner ohne das Brünftige aus, das zumal männliche Laien im Übereifer des Gefechts gern entwickeln, wenn sie sich ihrer Großartigkeit gerade besonders sicher sind.

Noch eindringlicher ist allerdings das, was der Leipziger Rundfunkchor am anderen Ende des dynamischen Spektrums anstellt: Dieses selbst an der Hörgrenze noch satt den Raum und die Seele flutende Pianissimo, diese Kammerchor-Transparenz im Großchor-Klang, das kann so nicht nur kein Laienchor dieser Welt, das können auch nur sehr wenige andere Profi-Ensembles.

Philipp Ahmann nutzt diese schier unbegrenzten Möglichkeiten seines nicht um ihrer selbst willen, sondern lässt sie für Bruckners Motetten (…) in seinem sehr schlüssigen, wortgezeugten, so disziplinierten wie sinnlichen Konzept von romantischer Kirchenmusik aufgehen, das seine Wurzeln tief in die polyphonen Traditionen der Gattung schlägt.

Denen sind die Motetten Michael Haydns, des Mozart-Freundes und Bruders des weit berühmten Joseph, naturgemäß näher. Für Bruckner stellten sie ein wichtiges Bindeglied zur noch älteren Musik dar. Diese so schlichten wie prachtvollen Motetten, von denen die exzellent produzierte CD des MDR-Chors sechs präsentiert, sind trotz ihrer einstigen Popularität im liturgischen Gebrauch mittlerweile beinahe völlig von den Choremporen verschwunden. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie in den gut zweieinhalb Jahrhunderten seit ihrer Entstehung niemals so gut gesungen, so subtil durchgestaltet, so nah an der Vollkommenheit ausmusiziert wurden wie nun vom Leipziger Rundfunkchor.

Peter Korfmacher, Leipziger Volkszeitung, April 2021

 

 

„Deze koorwerken van Michael Haydn en Anton Bruckner zijn bij het MDR-Rundfunkchor onder leiding van Philipp Ahmann in de best denkbare handen en de opname (Jean-Marie Geijsen van Polyhymnia tekende ervoor) laat werkelijk niets te wensen over. Dit noemen we dan kort en bondig: een aanwinst!“

Aart van der Wal, www.opusklassiek.nl/cd-recensies/cd-aw/bruckner35.htm, März 2021

 

Deutsche Übersetzung:

„Diese Chorwerke von Michael Haydn und Anton Bruckner sind beim MDR-Rundfunk unter der Leitung von Philipp Ahmann in den besten Händen und die Aufnahme (Jean-Marie Geijsen von Polyhymnia war dafür verantwortlich) lässt wirklich keine Wünsche offen. Wir nennen das kurz und bündig: eine Bereicherung!“

 

 

„An excellent choir with a feel for breadth and spaciousness of Bruckner´s motets placed in an appropriately resonant acoustic in the music space to breathe. Michael Haydn´s sacred music is an interesting choice as coupling – a reminder of a composer that we can do with knowing better on this evidence.“

Jeremy Sams, Record Review, BBC Radio 3, 13. März 2021

 

Deutsche Übersetzung:

„Ein ausgezeichneter Chor mit einem Gefühl für Breite und Geräumigkeit von Bruckners Motetten, die in einer passenden resonanten Akustik der Musik Raum zum Atmen lässt. Michael Haydns geistliche Musik ist eine interessante Wahl als Kopplung (…).“

 

 

„The MDR Leipzig Radio Choir is a relatively large body and recorded slightly distantly in Leipzig’s Paul-Gerhardt-Kirche, resulting in a warm, well-blended choral sound. (…) There is definitely a place for these interpretations in the Bruckner discography. Anyone interested in the Michael Haydn motets need not hesitate.“

Christian Hoskins, Gramophone Magazine, Mai 2021

 

Deutsche Übersetzung:

„Der MDR-Rundfunkchor Leipzig ist ein relativ großer Klangkörper, der in der Leipziger Paul-Gerhardt-Kirche etwas entfernt aufgenommen wurde, was zu einem warmen, gut gemischten Chorklang führt. (…) Es gibt definitiv einen Platz für diese Interpretationen in der Bruckner-Diskographie. Wer sich für die Michael Haydn Motetten interessiert, sollte nicht zögern.“

 

 

Neuerscheinung:

 

nine(birds)here (November 2020)

 

Chorwerke von Ian Wilson und Ivan Moody

(Weltersteinspielungen)

 

Ausführende:

NDR Chor

Raschèr Saxophon Quartett

Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-dur

 

 

3 Nominierungen für den OPUS KLASSIK 2021:

 

- Welturaufführungen des Jahres

- Dirigent des Jahres

- Ensemble des Jahres

 

Kritiken:

 

„(…) Although billed as “Works for Choir and Saxophone Quartet” in fact the first two pieces we hear are for nine-voice a cappella choir.

The first, Wilson’s „nine(birds)here“ is a setting of E. E. Cummings, with the two movements enjoying the magnificently neutral titles of “First Piece” and “Second Piece.”

(…) The performance is magnificently recorded and performed to the highest standard.

The NDR (North German Radio) Choir operates at that standard throughout.

(…) The otherworldly sound of the saxophone quartet, and the use of non-linguistic sounds, creates a completely different atmosphere for „Little Red Fish“ (2006). There is a near-sensual enjoyment in the joy of making the sounds themselves in the choral writing; the sax quartet seems the ideal complement. This time the poet is Oskar Kokoschka (taken from „Die träumenden Knaben“). When the saxophones achieve independence, there is something of a feeling of the joy of emancipation. The headier, repetitive, almost ritualistic feel to the piece is remarkable, while there are moments where gesture is all (as in the slowly descending saxophone lines, like droplets slowly finding their way down a windowpane).

And when the saxophones work as one, the texture is incredibly uniform.

All credit also is due to soprano Keiko Enomoto for her high solos.

From Ian Wilson to Ivan Moody we turn, then. Moody is a fascinating writer and composer.

(…) Unusually for Moody, the choir and saxophone quartet work „Moon and Suns“ does not set a sacred text. Instead, the words come from the Finnish Kalevala in an English translation by William Forsell Kirby. The 20-minute work implies a sense of timelessness; it somehow also feels ancient, despite its sometimes Modernistic harmonies. In addition, some of the melodic lines seem to reference the Orthodox liturgy.

The saxophones act as a complement, themselves a wordless choir, setting the mood for the various sections of the piece. The playing of the Raschèr Quartet is outstanding, particularly the crystal clear, expressive soprano sax of Christine Rall; but when they work as a unit, the lines intertwining, the effect is magical, the result of perfectly calibrated textures and perfectly smooth legato lines.

The modal world of „He who clothed himself with light“ (a setting of a Holy Week hymn) creates yet another microcosm. The choir alone now, the music takes on a decidedly ecclesiastical slant (melody and harmony are based on Byzantine chant).

Particularly praiseworthy here is the control of the high sopranos at a low dynamic; there is not a touch of strain or shrillness. The final work here, Moody’s „Aflame“, concentrates on the life of Saint Anthony the Great, who was a hermit in Egypt and is considered the ideal image of monasticism in his extreme abstinence, despite the temptations that Satan put in his way in the desert.

Aram Mikaelyan is a superb tenor soloist in this piece, but most impressive is the choir’s tuning, particularly, again, the upper voices.

These two composers seem to perfectly complement each other. Neither composer, surely, could ask for finer performances. The recording, in the Rolf Liebermann Studio at the North German Radio in Hamburg, simply could not be improved upon (it seems particularly effective through headphones).

Superb.

Colin Clarke, Fanfare Magazine, July/Aug 2021

 

Deutsche Übersetzung:

„(…) Obwohl es als „Werke für Chor und Saxophonquartett“ bezeichnet wird, sind die ersten beiden Stücke, die wir hören, tatsächlich für neunstimmigen A-cappella-Chor. Der erste, Wilsons „nine(birds)here“, ist eine Vertonung von E. E. Cummings, wobei die beiden Sätze die herrlich neutralen Titel „Erstes Stück“ und „Zweites Stück“ genießen. (…) Die Darbietung ist großartig aufgenommen und auf höchstem Niveau aufgeführt. Der NDR-Chor arbeitet durchweg auf derartigem Niveau.

(…) Der jenseitige Klang des Saxophonquartetts und die Verwendung nicht-sprachlicher Klänge schaffen für „Little Red Fish“ (2006) eine ganz andere Atmosphäre. Es liegt ein fast sinnlicher Genuss in der Freude, die Klänge im Chorsatz selbst zu machen; das Saxophonquartett scheint die ideale Ergänzung zu sein. Dichter ist diesmal Oskar Kokoschka (aus „Die träumenden Knaben“). Wenn die Saxophone unabhängig werden, gibt es so etwas wie ein Gefühl der Freude an der Emanzipation. Bemerkenswert ist das berauschende, sich wiederholende, fast rituelle Gefühl des Stücks, während es Momente gibt, in denen es nur um Gesten geht (wie in den langsam absteigenden Saxophonlinien, wie Tröpfchen, die langsam einen Weg eine Fensterscheibe hinab finden). Und wenn die Saxophone als Einheit arbeiten, ist die Textur unglaublich einheitlich.

Volle Anerkennung gebührt auch der Sopranistin Keiko Enomoto für ihre hohen Soli.

Von Ian Wilson wenden wir uns also um zu Ivan Moody. Moody ist ein faszinierender Schreiber und Komponist. (…) Ungewöhnlich für Moody: in „Moons and Suns“ für Chor- und Saxophonquartett vertont er keinen geistlichen Text. Stattdessen stammen die Wörter aus dem Finnischen Kalevala in einer englischen Übersetzung von William Forsell Kirby. Das 20-minütige Werk impliziert ein Gefühl von Zeitlosigkeit; es fühlt sich auch irgendwie wie aus alter Zeit stammend an, trotz seiner manchmal modernistischen Harmonien. Darüber hinaus scheinen einige der Melodielinien auf die orthodoxe Liturgie zu verweisen. Die Saxophone fungieren als Ergänzung, sind selbst ein wortloser Chor, der die verschiedenen Abschnitte des Stücks einleitet. Herausragend ist das Spiel des Raschèr Quartetts, insbesondere das glasklare, ausdrucksstarke Sopransaxophon von Christine Rall; aber wenn sie als eine Einheit arbeiten, die Linien ineinandergreifen, ist der Effekt magisch, das Ergebnis perfekt kalibrierter Texturen und perfekt geschmeidiger Legato-Linien.

Die modale Welt von „He who clothed himself with light“ (eine Vertonung einer Hymne der Karwoche) schafft einen weiteren Mikrokosmos. Der Chor nun allein, die Musik nimmt jetzt eine entschieden kirchliche Note an (Melodie und Harmonie basieren auf byzantinischen Gesängen). Besonders lobenswert ist hier die Kontrolle der hohen Soprane bei geringer Dynamik; es gibt keinen Hauch von Anstrengung oder Schrille. Das letzte Werk, Moodys „Aflame“, konzentriert sich auf das Leben des heiligen Antonius des Großen, der in Ägypten ein Einsiedler war und in seiner extremen Abstinenz trotz der Versuchungen, die Satan ihm in der Wüste in den Weg legt, als Idealbild des Mönchtums gilt. Aram Mikaelyan ist in diesem Stück ein hervorragender Tenorsolist, aber am beeindruckendsten ist die Intonation des Chors, insbesondere wiederum die der Oberstimmen. Diese beiden Komponisten scheinen sich perfekt zu ergänzen. Keiner der Komponisten könnte sich sicherlich bessere Aufführungen wünschen. Die Aufnahme im Rolf Liebermann Studio des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg ist einfach nicht zu steigern (über Kopfhörer klingt sie besonders wirkungsvoll). Hervorragend.

Colin Clarke, Fanfare Magazine, Juli/Aug 2021

 

 

"Zwei hochoriginellen Komponisten der Gegenwart aus Großbritannien bot der NDR Chor vor einigen Jahren ein erinnerungswürdiges Forum. Was die beiden Komponisten außer dem gemeinsamen Geburtsjahrgang 1964 verbindet, ist die Empfänglichkeit für lyrische und epische Wortkunst und die Vorliebe für menschliche Stimmen. (…) Wilson wie Moody entdeckten für sich den Beziehungszauber, der zwei vermeintlich unverträgliche Klangfamilien quasi genetisch bindet: den gemischten Chor und das Saxofonquartett.

(…) So ist es kaum verwunderlich, dass das hochrenommierte Raschèr Saxophone Quartet etliche Komponisten mit Werkaufträgen für eben diese Besetzung betraute, darunter den Italiener Luciano Berio und den Esten Erkki-Sven Tüür. Entsprechend angeregt, ließen sich auch Wilson und Moody verführen, dem Gattungszwitter zu huldigen. (…) Philipp Ahmann, von 2008 bis 2019 künstlerischer Leiter des NDR Chors, zur Halbzeit seiner fruchtbaren, dem A‑cappella-Gesang zugeneigten Hamburger Jahre (…).

Die von Ahmann kenntnisreich erläuterte Edition, deren Aufnahmen 2014 und 2015 im Rolf Liebermann-Studio des NDR entstanden, koppelt kürzere Chorstücke beider Komponisten (Wilson vertonte lyrische Stenogramme von E. E. Cummings, Moody liturgische Dichtungen der Ostkirche) mit jeweils einer ausgedehnten Komposition für Chor und Saxofonquartett. (…)"

5 Sterne

Lutz Lesle, Das Orchester, Mai 2021

 

 

"Zwei britische Komponisten desselben Jahrgangs, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: modern, aber nicht avantgardistisch der eine (Wilson), orthodox und archaisch der andere (Moody). Die Interpretationen des NDR Chors nimmt für beide gleichermaßen ein.

Zuallererst fällt bei dieser CD die äußerst intelligente Programmierung ins Auge: man nehme zwei britische Komponisten – den Nordiren Ian Wilson und den Engländer Ivan Moody –, die im selben Jahr, 1964, geboren wurden. Dann suche man sich jeweils drei Chorwerke dieser Komponisten aus: ein großes und zwei kleinere. Und die beiden großen Stücke bedienen zusätzlich noch ein relativ neues Genre, das zudem vom auf der CD – neben dem NDR Chor – aktiven Raschèr Saxophone Quartet ins Leben gerufen oder zumindest tatkräftig gefördert wurde: Chormusik mit Saxofonquartett. (…)

Die Aufnahmen entstanden 2014 bzw. 2015. Zu dieser Zeit war Philipp Ahmann noch Chefdirigent des NDR Chors; von ihm stammt auch der sehr kenntnisreiche Beihefttext und daher wahrscheinlich auch das Konzept der CD.

Sind Wilson und Moody auch Altersgenossen, so könnten ihre Klangsprachen doch kaum unterschiedlicher ausfallen. Diese Unterschiede manifestieren sich aufs Schönste in den beiden Werken mit Saxofonen.

Ian Wilson, der „modernere“ der beiden, orientiert sich gern an Bildender Kunst des 20. Jahrhunderts. Little Red Fish setzt einen äußerst sinistren aus Oskar Kokoschkas Die träumenden Knaben in Musik. Chor und Saxofonquartett bilden hier eine Einheit in Musik und auch Geräusch (Klappen der Instrumente, Konsonanten der Sänger), die in ihrer Intensität faszinierend anmuten kann (…) Wilsons zwei Werke für A-cappella-Chor, die hier vorgestellt werden, nine(birds)here und I carry your heart nach Texten von E. E. Cummings, wissen auf kleinerem Raum mindestens ebenso stark zu beeindrucken, insbesondere die birds, deren intrikate Harmonik dieses Diptychon länger wirken lässt als die tatsächlichen drei Minuten. Auf jeden Fall ist das Gespür Wilsons für einen dichten, gleichzeitig transparenten und stets der Stimme zugewandten Chorklang evident.

Das trifft auch für Ivan Moody zu, dessen Klangsprache jedoch blockhafter, archaischer wirkt. Folgerichtig bildet das Saxofonquartett in Moons and Suns nach einem Text aus dem finnischen Nationalepos Kalevala eine vom Chor klar abgegrenzte eigene Identität. Moody studierte bei John Tavener, und wie dieser benutzt er seine Musik vor allem, um seiner christlich-orthodoxen Religion künstlerischen Ausdruck zu verleihen – auf der Basis einer klaren, einfachen, tonalen Tonsprache, die gelegentlich wohl an Pärt und Tavener erinnert, ohne je epigonal zu wirken.

Der NDR Chor gibt mit seinen glasklaren Interpretationen ein überzeugendes Plädoyer für zwei Komponisten ab, deren Werke, so wenig spektakulär sie beim ersten Hören klingen mögen, letztlich im Gedächtnis haften bleiben."

5 Sterne

Thomas Schulz, Neue Zeitschrift für Musik, www.musikderzeit.de, April 2021

 

 

"(…) die Musik von Ian Wilson (*1964) ist patchworkartig strukturiert. Klangflächen überlappen sich, Harmonien deuten sich an und verschwinden, als würden sie einen Raum verlassen. Flüchtig ist diese Musik. Hier die Andeutung eines Flügelschlags, dort das Strömen eines warmen Windes. Das Album des NDR Chores unter Philipp Ahmann ist, wenn man so will, ein Experiment, in dem die menschliche Stimme auf den Klang des oder der Saxofone trifft. Wie durchdringen sich beide Sphären? Wie sehr nähern sie sich an? Welche Klangfarben entstehen aus der Kombination? Solchen Fragen geht das Album nach. Das Raschèr Saxophone Quartet kommt erst im vierten Track «Little Red Fish» von Wilson hinzu. (…) Die Worte des Oskar-Kokoschka-Textes werden zu Klangereignissen und Akzenten, die Übergänge zum Klang der Saxofone sind fließend. Saxofon und Stimme bilden eine Klangeinheit, wobei die Reibungen an den Begegnungsstellen von Wilson fast analytisch ausgereizt werden. Ein prickelndes Experiment.

Anders bei Ivan Moody (*1964). Im längsten Werk des Albums «Moons and Suns» führt das Saxofon-Quartett ins Geschehen ein. Man glaubt Vögel singen zu hören –Naturidylle –, dann kommt der Chor dazu mit einer elegischen Melodie, die einem Volkslied ähnlich ist. Der Chor übernimmt die Rolle des Erzählers, der Text stammt aus dem finnischen Nationalepos «Kalevala». In der von Moody gewählten Episode wird die Erde der Sonne und des Mondes beraubt – ein Symbol für den Missbrauch der natürlichen Ressourcen auf der Erde. In «Aflame» arbeitet er [Moody] mit Anklängen an den byzantinischen Kirchengesang. (…) Es sind in jedem Fall Schnittstellen, die auf dem Album thematisiert werden: Grenzerfahrungen geistiger und geistlicher Natur sowie klangliche Übergänge vom Instrument zur Stimme. Wenn man darin ein Experiment erblicken möchte, dann ist es überzeugend gelungen. Aber auch sonst ist die Aufnahme ein Ohrenkitzel, den man Track für Track und Schicht für Schicht vertiefen kann. Großes Lob!"

Ensembleklang *****

Interpretation *****

Haino Rindler, Chorzeit, Februar 2021

 

 

 

Multimedia-Produktion:

 

 

Kritiken:

 

„Statt seines Nachtgesangs präsentiert der MDR-Chor im Netz einen multimedialen „Gesang von ferner Nähe"

Neue Wege über neue Inseln – Philipp Ahmann und sein Chor des Mitteldeutschen Rundfunks machen aus der Not der Pandemie eine Tugend und erfinden die Chormusik gemeinsam mit Michael Langemann multimedial neu.

Und so probt Ahmann nun seit Monaten mit vier Chören – und selbst doppelt so oft wie sonst: mit Männern und Frauen, Gemischt eins und Gemischt zwei (…) hat er unermüdlich fürs Radio weiterproduziert – und en passant ein ziemlich einzigartiges Multi-media-Format entwickelt, das das Corona-Ausweichen von mit Auftrittsverbot belegten Musikern ins Netz nicht als Notlösung erscheinen lässt, sondern neue Wege erschließt.

Sie führen über die „Inseln“, den Ahmann für seinen Rundfunkchor bei Michael Langemann in Auftrag gegeben hat, „um das Unmögliche möglich zu machen: endlich einmal wieder mit dem großen Chor arbeiten, seine Stärken, Möglichkeiten, seine Klangschönheit ausloten zu können.“ (…) Ahmann und sein Chor haben die „Inseln“ einzeln eingesungen, in verschiedenen Gruppen, die erst im Nachhinein zusammengebaut werden zum „Gesang von ferner Nähe“. Der dauert 11 Minuten und 18 Sekunden und greift mit melancholischer Unentrinnbarkeit mit den ersten Tönen bereits nach der Seele. Schöne Musik, gut gebaute Musik, wahrhaftige Musik – und sensationell gut gesungene Musik. (…) hier hat der Sender vielleicht zum ersten Mal seine multimedialen Kompetenzen wirklich im Dienste der Kunst gebündelt und Langemanns so kluges wie sinnliches Werk multimedial auf eine höhere Stufe gehoben. (…) Dennoch empfiehlt es sich, die „Inseln“ so zu erkunden, wie der MDR-Pageflow es naheliegt: Man beginnt mit dem Gesamt-Atoll, besichtigt dann die Einzel-Eilande und hat dann die Ohren trainiert fürs erneute Große Ganze. Dazwischen gibt’s Erklärungen vom Komponisten und vom Chorchef, die dabei helfen zu verstehen, wie kunstvoll Langemann seine hochkomplexe Welt der Töne und Silben aus schlichten Bausteinen schichtet. Dabei entsteht dann beinahe unweigerlich die von Hölderlin in fiebrige Verse gepresste „Zornige Sehnsucht“ nach Konzerten im Allgemeinen und solchen mit großem Chor im Speziellen.“

Peter Korfmacher, Leipziger Volkszeitung, November 2020

 

„Michael Langemanns gut zehnminütiges Chorwerk „Inseln – Gesang von ferner Nähe“ ist als Auftragswerk des MDR-Rundfunkchors explizit für die Proben- und Aufführungsbedingungen in Pandemiezeiten entstanden. (…) Ein Wurf ist (…) zweifellos die Präsentation: Der Mitschnitt selbst aus der Leipziger Peterskirche ist schon hervorragend gefilmt, die Konzentration und das Aufeinander-Hören der Sänger*innen packend nachvollziehbar. Der endgültige Clou ist dann aber die multimediale Aufbereitung, die auf einer geschmeidig programmierten, intuitiv nutzbaren Webseite die abschnittsweise Einführung durch Chefdirigent Philipp Ahmann mit der Möglichkeit verbindet, sich zunächst die Aufnahmen der einzelnen Stimmgruppen und dann das Gesamtergebnis anzusehen und anzuhören. Besser kann man so etwas kaum machen – ein digitales Vermittlungsformat mit Zukunftspotenzial!“

Neue Musikzeitung (nmz), Unübersehbar #24 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 23.10. bis zum 29.10.2020, Juan Martin Koch

 

„INSELN – der MDR Rundfunkchor dokumentiert sein Innenleben

Der MDR-Rundfunkchor zeigt in einer Multimedia-Dokumentation eine Corona-Komposition. Was sperrig klingt, ist eine außergewöhnliche Öffnung, die sich der Isolation dieser Zeit zu widersetzen scheint, ohne sie schlicht zu ignorieren, meint unser Autor Nils Bühler.

(…) Es ist mal wieder so weit: Ich kann mich über eine Doku freuen. Zu verdanken habe ich das der Coronapandemie. Die Multimedia-Dokumentation „Inseln“ ist die Corona-Schöpfung des MDR-Rundfunkchors, der wie die meisten Kultureinrichtungen Lockdown-Zwangspausen erlebt. „Inseln“ sollte dem Chor ermöglichen, auch in Zeiten sozialer Distanz gemeinsam zu klingen und eine Uraufführung präsentieren zu können. Da der 72-köpfige Chor wegen Abstandsregeln nicht in leiblicher Kopräsenz singen kann, bleibt zum Zusammenklingen nur eine zeitlich versetzte Performance, die am Schluss zusammenmontiert wird. Das klingt bisher zugegebenermaßen nicht nach einem außergewöhnlichen Konzept – Tonschnitt gibt es schließlich schon seit vielen Jahrzehnten. Doch „Inseln“ ist mehr als eine Montage. Es versucht, das in der Pandemie veränderte Spannungsfeld von Nähe und Distanz zu thematisieren und macht dabei, wie ich finde, vieles richtig.

„Inseln“ ist im üblichen MDR-Multimedia-Dokumentationen-Stil aufgebaut: Die Homepage zeigt Video, Bild, Ton und Text, durch die man sich per Klick und Scrolling navigieren kann. (…) Für dieses Medium entwarf der Komponist Michael Langemann auch das zu „Inseln“ gehörige Werk. Es thematisiert sowohl die Gefühlswelt der Coronakrise – Isolation, Ängstlichkeit und Fixierung einerseits, Freundschaft und Mitgefühl andererseits – als auch die eigene performative und mediale Zerlegung. Die sich häufig wiederholenden, kaum verändernden Melodien spiegeln die beklemmenden Texte wider, die die eben genannte Gefühlswelt besprechen. Das erfährt man übrigens von Philipp Ahmann, dem Dirigenten des Stücks, von dem man sich mit klaren, nicht unnötig ausschweifenden Worten durch die Komposition führen lassen kann. Die Melodien durchwandern die Chorstimmen und bilden einen Klangteppich, dessen einzelne Elemente jedoch klar erkennbar sind – hier beschleicht einen das unangenehme Gefühl übergroßer Videokonferenzen.

„Inseln“ hat sechs Sätze. Zu jedem Satz kann man sich die einzelnen Stimmen getrennt anhören, um sie anschließend zusammengefügt als Ganzes zu genießen. Die Trennung von Stimmen ist in der Tontechnik wie gesagt nichts Neues – umso spannender ist es, eine Komposition zu erleben, die diese Trennung zu ihrem Kernthema macht. Jede Stimme ist ein Musikstück in sich, gemeinsam bilden sie etwas gänzlich Neues.

Das „Baukasten“-Konzept zieht sich durch die gesamte Multimedia-Doku. Auch die Bilder trennen den Chor auf und vereinzeln die Sänger*innen. Die visualisierte Trennung der einzelnen Stimmen wird durch eine schon fast unangenehme Nähe der Kamera verstärkt. Man ist den Sänger*innen sehr nah und trotzdem sehr fern und auch der Kontrast von warmer Beleuchtung und gähnender Leere in der Peterskirche in Leipzig, die als Spielort dient, unterliegt dieser Spannung. (…) Trotzdem lässt sich sagen, dass der MDR-Rundfunkchor mit „Inseln“ die Möglichkeiten des gewählten Mediums tatsächlich nutzt, statt „nur“ ein Konzert als Video-on-Demand zugänglich zu machen. Der für Laien oft verschlossen wirkende Block eines klassischen Ensembles wird geöffnet, das Zusammenspiel zwischen den Chorstimmen wird erfahrbar gemacht – trotz der nötigen Distanz. Gleichzeitig verliert „Inseln“ nicht den musikalischen Anspruch des Hauses und hat auch filmisch einiges zu bieten. All das zusammen wirkt als gut gelungene, musikalisch-filmische und (leicht) interaktive Metapher für eine Zeit, in der das Verhältnis von Nähe und Distanz verschoben ist.“

Von Nils Bühler, www.kultur-blog.de/, 15.12.2020

 

 

 

Mondnacht (Dezember 2019)

 

Chorwerke von C. und R. Schumann und Killmayer (Ersteinspielung)

 

Ausführende:

NDR Chor

Sebastian Breuing (Klavier), Katharina Martini (Flöte), Christoph Eß (Horn)

Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-dur

 

 

 

 

3 Nominierungen für den OPUS KLASSIK 2020:

 

- Chorwerkeinspielung des Jahres

- Dirigent des Jahres

- Ensemble des Jahres

 

 

Kritiken:

 

„(…) Insgesamt strebt der NDR Chor ein helles Timbre an, einen schlanken Klang, der den volksliedhaften Tonfall hervorhebt und auch die Textverständlichkeit unterstützt und für strukturelle Klarheit sorgt, der sich aber auch in Klänge versenken kann und leidenschaftlich verliebt bestimmte harmonische Wendungen auskostet – A-cappella-Kunst auf Weltklasse-Niveau! (…) Ein Album, das auf wunderbare Weise vermittelt, was Romantik bedeutet: einen Ausdruck der Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Kann ein Licht schöner schimmern als in dieser Mondnacht?“

Ruth Jarre, Deutschlandfunk Kultur, „Aktuelle CDs im Januar“, 29.1.2020

 

 

 

„„Gleiche Vokale“ und „gleiche Vokalfärbung“ hat sich wohl jeder Chor als Ziel seiner Klangsuche auf die Fahnen geschrieben. Der Hamburger NDR Chor ist dort bereits angekommen.

Unter der Leitung von Philipp Ahmann entführen die Sänger/innen auf ihrer aktuellen CD in die Welt der Romanik. Chöre von Robert und Clara Schumann (die meisten a-cappella) bilden dabei den Schwerpunkt. Ihnen gegenüber stehen Gesänge des Carl-Orff-Schülers Wilhelm Killmayer (1927-2017). Die Kombination scheint gewöhnungsbedürftig, tatsächlich schlagen die acht Lieder für vierstimmigen Männerchor (Weltersteinspielung!) allein dank ihrer Eichendorff-Texte eine logische Brücke zurück zur deutschen Romantik.

Kontrolliert und kammermusikalisch werden die Lieder miteinander verwoben, musikalische Querverbindungen herausgearbeitet. Schwere Melodieführung und dichte Harmonik werden durch die klare Stimmgebung des Chores aufgelockert, intensive Klangfarben und ein großes dynamisches Spektrum machen die Reise zusätzlich zum Erlebnis.“

Andreas Maurer, ORF.at, Sendung “Des Cis”, 20.3.2020, 11.30 Uhr

 

 

"Dass der NDR Chor und Philipp Ahmann, langjähriger Direktor des Ensembles und seit Anfang 2020 zudem künstlerischer Leiter des MDR-Rundfunkchors, bestens miteinander harmonieren, haben sie nicht nur in zahllosen Konzerten, sondern auch schon auf mehreren CDs bewiesen. (…)

Der Titel der CD wird erst ganz am Schluss der Scheibe eingelöst – und das auf eine ebenso ungewöhnliche wie ästhetisch überzeugende und interpretatorisch beglückende Weise: mit Clytus Gottwalds (*1925) Bearbeitung von Schumanns «Mondnacht» – dem wohl berühmtesten Stück aus seinem «Liederkreis», op. 39 – für Chor a cappella. (…)

Zum Höhepunkt dieser – wieder einmal – rundum überzeugend konzeptionierten und im Rolf-Liebermann-Studio in Hamburg klanglich hervorragend eingespielten CD gerät der zwischen 1995 und 1997 entstandene Zyklus «… wie in Welschland lau und blau…» für Männerchor a cappella von Wilhelm Killmayer (1927 – 2017) nach Texten von Joseph von Eichendorff (1788 – 1857), der hier als Weltersteinspielung erklingt. (…)

Die Darstellung (nicht nur) dieser Lieder durch den NDR Chor ist mustergültig. Stimmführung, Ensembleklang, Intonation, Dynamik, Emotionalität: alle Faktoren stimmen. Ja, diese «Mondnacht» leuchtet hell und klar am Chor-CD-Firmament."

Ensembleklang *****

Interpretation *****

Burkhard Schäfer, Chorzeit, April 2020

 

 

"(…) Besonders was Intonation und Textverständlichkeit betrifft, beeindruckt der NDR Chor. Und eine Stärke der vorzüglich agierenden Chorsolisten besteht darin, sich jederzeit in den homogenen Klang des Chores einzufügen."

Klang 5 von 5, Musik 4,5 von 5

Thomas Otto, Fonoforum, April 2020

 

 

"Romantisch wird es auf der aktuellen Platte des NDR Chors und seines langjährigen Chefdirigenten Philipp Ahmann, der seit Anfang 2020 beim Leipziger MDR-Rundfunkchor in der Verantwortung steht: Schumann, Clara und Robert, dazu, als zeitlich verspätete, aber ästhetisch tatsächlich eng verwandte Stimme, Wilhelm Killmayer. (…)

Der NDR Chor bietet ein gerundetes, harmonisches Bild; die Register sind zugleich kernig-plastisch ausgebaut und tragen mit trennscharfem Charakter zu einer aufgeräumten, präzisen Klangwirkung bei. Das scheint auf den ersten Blick konträr zur romantischen Chorgeste zu stehen – doch weit gefehlt: Mit dem Blick Arthur Rubinsteins auf Chopin könnte man postulieren, nicht verwaschene Farben, weiche Tongebung oder nachlässige Phrasierung machen die Romantik, vielmehr ist auch in angemessener Klarheit all dieser Parameter die romantische Geste zu finden.

Manche reduzierte Besetzungen des Chors geraten charaktervoll, dazu treten schöne Soli aus der Gruppe hervor; die Frauen- und Männerchorästhetik ist von einem je schlüssigen Ansatz getragen. Beeindruckend ist das weite Spektrum der dynamischen Realisierung, besonders gelungen ist aber die perfekte Kontrolle des Geschehens, die ungemein motiviert wirkende Zeichnung mancher Entwicklung, das Setzen dezidierter Akzente. (…)

Philipp Ahmann lässt das Geschehen in fließenden Tempi Gestalt gewinnen, viel Geduld ist zu erleben, zuzeiten wird gedrängt. Zusammenklänge und Linien sind delikat ausgehört, die Intonation ist insgesamt stabil und fast durchgehend ohne Druck und äußere Force gehalten. Das Klangbild der im Rolf-Liebermann-Studio des NDR entstandenen Aufnahme ist zugleich konzentriert und gesammelt, klar gegliedert und doch harmonisch gefügt, dazu von angemessener Ausdehnung. Eine schöne Schumann-Chorplatte, Robert und Clara mit Bemerkenswertem. Dazu Killmayer als romantischer Kommentar von gemäßigter Moderne. Der NDR Chor ist eine agile, flexible Formation, die Philipp Ahmann in seiner Hamburger Zeit konsequent in die Breite des Repertoires geführt hat."

Dr. Matthias Lange, klassik.com, Mai 2020

 

 

„Mondnacht! Man nehme Joseph von Eichendorffs wohl bekanntestes Gedicht der deutschen Romantik, gebe Chorlieder des Ehepaars Schumann sowie des Orff-Schülers Wilhelm Killmayer dazu – schon entsteht eine CD von unwiderstehlichem Charme. Und wenn dann noch ein Chor agiert, der nicht nur über allen Zweifel erhaben ist, sondern es zudem versteht, mit stilistischer Vollkommenheit in die Mitte des 19. Jahrhunderts einzutauchen, hat man alles richtig gemacht. Der NDR Chor wächst nämlich in dieser Einspielung unter Philipp Ahmann über sich hinaus – egal, ob in doppelchöriger, in gemischter oder in Quartettbesetzung. Nicht umsonst erkor der MDR Rundfunkchor Ahmann jüngst zu seinem Chefdirigenten.

Und das NDR-Ensemble kann auch Männerchor: In acht Sätzen von Wilhelm Killmayer auf Texte Eichendorffs zelebrieren die Herren die sympathisch bodenständige Tonsatzkunst des 2017 verstorbenen Bayern – und das auf hohem Niveau. (…)

Im Mittelpunkt der CD stehen jedoch Chorsätze von Robert Schumann. Vier im Ausdrucksgehalt sehr unterschiedliche doppelchörige Gesänge machen den Anfang, sie werden vom NDR Chor mit schlanker Klangfülle dargeboten. Und auch der Frauenchor des Ensembles glänzt mit sechs blitzsauber, textverständlich bestechend gesungenen Romanzen. Sicher den größten Bekanntheitsgrad haben etliche gemischte Romanzen und Balladen Robert Schumanns. An diesen so wunderbar leicht vorgetragenen Liedern wie etwa Heidenröslein, Schnitter Tod, Sommerlied oder Der König von Thule kann man sich eigentlich gar nicht satt hören. Und tritt schon bei den Romanzen für Frauenstimmen ein Klavier hinzu, so fügt sich auch hier gelegentlich eine dezent agierende Flöte oder ein tadellos geblasenes Horn als Instrumentalklangfarbe ein.

(…) Die CD rundet eine geniale Chorbearbeitung von Robert Schumanns Klavierlied Mondnacht ab. Denn wer, wenn nicht Clytus Gottwald, vermag es, dieses vielleicht romantischte aller Lieder ohne Kitsch und falsche Süße auf Chor a cappella zu übertragen? Und doch zerrt das Lied noch heftig am Gemüt. Aber auch daran ist der superbe NDR Chor nicht ganz unschuldig.“

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Thomas Krämer, Das Orchester, Mai 2020

 

 

 

Chansons Francaises (Juni 2018)

 

Französische Chormusik von Absil, Debussy, Hindemith, Milhaud, Poulenc, Ravel, Saint-Saens, Schoeller

 

Ausführende:

NDR Chor, Paulo Ferreira (Fagott), Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-dur

 

 

 

 

Kritiken:

 

„Diese CD sei denjenigen empfohlen, die einerseits das Zusammenspiel eines erstklassigen Chores zu schätzen wissen und darüber hinaus ein Faible für die Musikalität der französischen Sprache haben. Und wenn dann auch noch Sympathie für französische Komponisten wie Saint-Saëns, Debussy, Ravel, Milhaud, Poulenc hinzukommt, sind diese „Chansons françaises“ mit dem fabelhaften NDR-Chor unter seinem langjährigen Leiter Philipp Ahmann ein Volltreffer. (…) Unter all dem hierzulande weitgehend Unbekannten finden sich zwei Chöre von Saint-Saens, die gar nicht nach „Karneval der Tiere“ klingen. Entzückend klangverliebt musiziert der NDR Chor ein „Bestiarium“ des Belgiers Jean Absil von 1944. Als Bekenntnis zur Moderne muss man die „Cantate Isis“ des Franzosen Philippe Schoeller verstehen, die sich 18 Minuten lang im Zusammenklang mit einem Fagott in mystische, transzendente Wunderwelten aufmacht. Ein tolles, spannendes Stück. Hier wie überall zeigt das Kammerensemble die hohe Kunst des kammermusikalischen Musizierens. Viele noch so reizvoll erweiterte tonale Akkorde klingeln von Obertönen. Die dynamische Spannweite ist enorm, Intonation, Spannkraft, Ausgewogenheit sind vorbildhaft. Hier haben Spitzenkönner ihres Fachs zusammengefunden.“

Ark, Aachener Nachrichten / Aachner Zeitung (Rubrik „Hörbar“), 15. Juni 2018

 

 

„Der scheidende Chefdirigent Philipp Ahmann hat den Chor seit 2008 als flexiblen Kammerchor profiliert. Das demonstriert er auch mit der aktuellen Aufnahme. (…) Ein Album, das französische und französisch inspirierte Chorwerke aus dem 19., 20. Und 21 Jhd. vereint. Philipp Ahmann und seine Sänger nutzen die Breite geschickt, um den Facettenreichtum ihres Klangs zu demonstrieren. (…) Wie sicher und virtuos der NDR Chor zwischen den wechselnden Stimmungen und hin und her schaltet, ist beeindruckend. (…) Saint-Saens schichtet Liegetöne zu Akkorden von dunkler Zartheit und scheint damit die Zeit anzuhalten. Philipp Ahmann und der NDR Chor beseelen diese Nachtmusik mit großer Ruhe und weitem Atem. Dabei demonstriert das Ensemble, das es auch in der schlanken Besetzung eines Kammerchors nichts von seiner Wärme im Klang eingebüßt hat.“

Marcus Stäbler, NDR Kultur, CD-Neuheiten, 24. Juni 2018

 

 

„Es singt der NDR Chor aus Hamburg, einer der besten Chöre, die wir haben. (…) Er hat eine sehr hohe Qualität. Und diese Lieder, die wir gleich hören werden, klingen, als würden sie dem Chor auf den Leib geschneidert sein. (…) Hier kann hören, was für tolle Stimmen in diesem Chor vereinigt sind. (…) Der NDR Chor gehört zu den führenden Chören seiner Art. Er hat auch sein Repertoire in letzter Zeit sehr erweitert – alles was in Kammerchorbesetzung geht. Er liebt vor allem anspruchsvolle A-cappella-Musik, und dazu gehören diese französischen Lieder in jedem Fall, denn die sind nicht ganz leicht zu singen: sie haben erstmal eine sehr schwere harmonische Führung, sie haben eine schwere Melodieführung, die Stimmen sind verwoben komponiert, d.h. man muss die Struktur hörbar machen, und ich finde, das gelingt dem Chor sehr gut. Und der Chor versteht es auch, alle Klangfarben zu finden: er kann mit ausfüllender Tragfähigkeit klingen, er kann aber auch ganz schlank und durchsichtig singen, er kann ganz wie getupft singen, er kann alles rüberbringen, was lyrisch klingen soll, also dieser Chor hat unheimlich viele Klangfarben parat und ein großes dynamisches Spektrum. Er singt auch ausdrucksstark und bleibt dabei kontrolliert, was bei Chören ganz wichtig ist. Also er beherrscht die ganz große Kunst des Kammerchorsingens. (…)

Ich bin sehr zufrieden mit dieser CD, ich finde sie einfach überzeugend.“

Astrid Belschner, RBB (Radio Berlin Brandenburg), Kulturradio am Mittag, 26. Juni 2018

 

 

„Der NDR Chor gehört zu den international führenden professionellen Kammerchören. (…) Auf seiner CD-Einspielung überzeugt der Chor durch Klarheit, Klangfülle und stilistisches Einfühlungsvermögen. (…) Spannende Verbindungen und Beziehungen werden hier offenbar – stilistischer, musikalischer und auch biographischer Natur.“

Daniela Knaller, ORF (Ö1), 2. Juli 2018

 

 

„Einen Lobgesang hätte der Chor des NDR wirklich verdient. Seine französischen Exkurse klingen himmlisch (…).

Perfekt abgestimmt und geführt von ihrem Noch-Leiter Philipp Ahmann, (…) lassen sie auf ihrer neuen CD "Chansons Françaises" (Es-Dur) hören, die glänzend zusammengestellte, meist kürzere Stücke und nicht oft interpretiertes von Saint-Saëns, Milhaud und Poulenc hören. Übergänge zur Moderne und leichten Jazz-Gefilden bieten die Werke von Jean Absil, avantgardistische Gesang/Vokal-Verbindungen testet Philippe Schroeder mit seiner 20-minütigen-Exkursion "Cantate Isis für Fagott und gemischten Chor" (2002) aus. Vielseitigkeit ist alles.“

Werner Theurich, SPIEGEL ONLINE, Rubrik „Kultur – Chor und mehr“, 8. Juli 2018

 

 

„(…) Aus dem ansonsten homogen gestalteten Programm fällt die Ersteinspielung „Cantate Isis pour basson et choeur mixte“ heraus. (…) Der Chorklang mischt sich immer wieder übergangslos mit der Fagottstimme. (…) Der NDR Chor unterstreicht hier seine stilistische Anpassungsfähigkeit, wobei bei dieser zeitgenössischen Komposition die menschlichen Stimmen insbesondere gefordert sind, die Instrumentalstimme zu imitieren. Ein insgesamt schön zusammengestelltes Programm, das sich zu hören lohnt.“

Christina Schauß, Magazin CHORZEIT, Ausgabe September 2018

 

 

„(…) Vor allem jedoch gibt Jean Absil mit „Le Bestiaire“ dem Chor Gelegenheit, klangschönen Ausdruck mit rhetorischer Variabilität zu verbinden. Die „Deux Choers“ von Saint-Saens ruhen noch ganz in friedfertiger Tonalität, entgegen dem sonstigen Stilrahmen der CD, welche bei Philippe Schoellers „Cantate Isis“ ganz die Jetztzeit erreicht. Tolle Leistung des Chores.“

Christoph Zimmermann, FONO FORUM, Asugabe Dezember 2018

 

 

„Zum Abschied noch einmal eine CD. (...) Sein Klangideal umschrieb Ahmann vor zwei Jahren als „Suche nach einem gemeinsamen Klang, nach den gleichen Vokalen, der gleichen Vokalfärbung. Generell würde ich sagen, dass wir einen reinen Klang anstreben, ohne dabei eine gewisse Klangfülle und Wärme zu verlieren. Wenn man das mit dem Chor erreicht, kann man wirklich zu beglückenden Ergebnissen kommen.“

Wie auf der neuen CD. Klassiker der französischen A-cappella-Literatur wie die Chansons von Debussy, Poulenc und Ravel treffen mit weniger Bekanntem wie Jean Absils Le Bestiaire (nach Apollinaire) oder Darius Milhauds Quatrains Valaisans (Vierzeiler aus dem Wallis, nach Rilke) zusammen. Immer betört der Chor mit einer auffälligen Geschmeidigkeit und Flexibilität im Klang, mit der ihm noch die feinsten Nuancierungen gelingen, ohne dass man den Eindruck von artistischer Selbstgefälligkeit hat. Das „Dieu“ am Beginn von Debussys Dieu! qu’il la fait bon regarder!, ein schlichter Akkord, lässt der Chor ganz natürlich aufblühen und wieder vergehen und vermittelt so den Eindruck staunender Bewunderung angesichts der von Gott geschaffenen Schönheit der Liebsten. Maßvoll und zurückhaltend, aber mit großer Eindringlichkeit singt das Ensemble dieses Werk.

Philipp Ahmann lässt die Musik in einem einzigen Grundtempo fließen, der Chorklang wird ganz aus der Grundhaltung vollkommener Homogenität und Verschmelzung der Register entwickelt.

In mehreren Werken auf dieser CD kommen Solisten aus den eigenen Reihen zum Einsatz; schlanke, ausdrucksstarke Stimmen, aus deren Kombination sich eben dieser unübertroffen runde Chorklang ergibt. Zu Monochromie führt das keineswegs, wie unter anderem Jean Absils Le Bestiaire belegt. Hier zeigt sich der Chor ungemein wandlungsfähig und bezaubert mit blitzschnellen dynamischen Wechseln, sauberer Artikulation, quellklarem Parlandostil und einer ordentlichen Portion Witz und Charme. Hervorzuheben ist zudem die sehr gute Aussprache des Französischen. Die Musik der Gegenwart ist mit der Cantate Isis für Fagott und gemischten Chor von Philipp Schoeller vertreten. Den rätselhaften Text, der auf den Kult um die Totengöttin Isis anspielt, splittet der Komponist in einzelne Phoneme auf und schichtet sie zu Klängen, die sich im Zeitlupentempo verändern. Der NDR Chor lässt die Musik leuchten, funkeln und schillern.“

Mathias Nofze, Das Orchester, 1/2019, Seite 75

 

"(...) Es gibt immer noch Streit darüber, was Chanson im Gegensatz zu jeder anderen Gesangsform genau definiert. Die beste Antwort ist, dieser Einspielung zuzuhören und zu hören, wie ein hervorragend eingestellter Chor mit vielseitigem Material umgeht (...). Es ist alles wunderschön gesungen, besonders der Poulenc, dem sie sich mit besonderer Hingabe zu nähern scheinen. Eine großartige, endlos spielbare Zusammenstellung."

Brian Morton, agoraclassica.com – Choir and Organ, Mai 2019

 

"CD-Empfehlung

(...) Dieser herausragende Chor präsentiert hier ein Programm moderner, unbegleiteter französischer Chormusik mit einigen „Klassikern“ des Repertoires sowie weniger bekannten Werken. (...)

Während Debussys Songs perfekt geformte, raffinierte Miniaturen sind, sind die beiden von Saint-Saëns konventionell (...). Das erste Lied, "Calme des nuits", fordert und erhält beträchtliche Stimmkontrolle. In der Tat widmen diese Sänger diesen Liedern ebenso viel Sorgfalt wie dem Rest des Programms. Angesichts seines bemerkenswert umfangreichen Katalogs ist es überraschend, dass wir auf den belgischen Komponisten Jean Absil so selten treffen.(...) Dies ist leichte Musik, voller Leichtigkeit gemacht, hier hervorragend gesungen und höchst unterhaltsam. (...) Poulencs unbegleitete Chorwerke können äußerst herausfordernd sein, und seine „Sept-Chansons“, Vertonungen von Apollinaire und Paul Eluard, sind keine Ausnahme. Der NDR-Chor meistert brillant die nahezu instrumentalen, wortlosen Begleitungen, die in mehreren Liedern vorkommen, und die Solisten sind sehr gut.(...) Ravels Trois-Chansons sind sein einziger Beitrag zum unbegleiteten Chorrepertoire. (...) Sie werden hier überragend dargeboten, und der erstaunlich brillante dritte Song verleiht der Sammlung einen schillernden Abschluss."

William Hedley, www.musicweb-international.com

 

 

 

Venezia (Oktober 2012)

Werke von Monteverdi, Gabrieli, Liszt, Wagner, Castiglioni (Ersteinspielung)

 

Ausführende:

NDR Chor, NDR-Brass, Christoph Harer (Cello), Klaus Eichhorn (Orgel), Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-Dur

 

 

 

 

 

Kritiken:

 

„Philipp Ahmann, seit 2008/09 Leiter des NDR Chors, dem er eine eigene Abonnementsreihe bescherte, schmückte seine dritte Spielzeit mit eben dieser Programm-Idee. Wobei er die Blechbläser des Sinfonieorchesters, die NDR Brass, mit in die Gondel holte: im Wechsel oder auch zusammen mit den Chorstimmen, die Ahmann zu schlanker Linienzeichnung und peinlich sauberer Intonation anhält.“

Lutz Lesle, das Orchester 02/2013, Seite 68

 

 

„So locker und leicht zu klingen wie diese Blechbläser bei Gabrieli und Monteverdi schaffen die Spezialisten niemals, und so geeignet für einen modernen Chor wie die klangprächtigen, mehrchörigen Kompositionen für San Marco ist kein anderes Werk der Alten Musik. (…) Glanzstück der Aufnahme sind dennoch Clytus Gottwalds kongeniale Bearbeitungen von Wagners "Im Treibhaus" und Liszts spätem Werk "Venezia": Souverän und makellos gelingt dem Chor das geheimnisvolle Aufschwingen von Ruhe zu Ekstase und wieder zurück, in "Venezia" ebenso wie "Im Treibhaus".“

Klemens Hippel, Concerti, Oktober 2012

 

 

A Quattro Cori (März 2014)

Vierchörige Werke von Benevoli (Ersteinspielung), Fasch, Mendelssohn

 

Ausführende:

NDR Chor, Christoh Harer (Cello), Barbara Messmer (Violone), Klaus Eichhorn (Orgel), Jörg Jacobi (Orgel), Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-Dur

 

 

 

Kritiken:

 

„Eine raumgreifende Idee bewegte den NDR Chor im Vorjahr: Drei 16-stimmige Werke für vier Chöre einzustudieren, die wirkungsgeschichtlich eng zusammenhängen. (…) Conditio sine qua non eines schlanken, transparenten Chorklangs ist die intensive Arbeit an vielstimmiger A-cappella-Literatur. Diese zweite Einspielung des NDR Chors bei Es-Dur nach Venezia (vgl. das Orchester 2/2013, S. 68) zeigt Philipp Ahmann einmal mehr auf dem Königsweg.“

Lutz Lesle, das Orchester 07-08/2014, Seite 78

 

 

„Eine hochkarätige Aufnahme von drei stilistisch sehr unterschiedlichen Werken.“

Jan Ritterstaedt, WDR 3 TonArt, 04.04.2014

 

 

„Philipp Amann zelebriert mit dem hervorragend disponierten NDR-Chor sowohl die fragliche Fasch-Messe wie auch einen der großen Benevoli-Messzyklen.“

Michael Wersin, RONDO – Das Klassik- und Jazzmagazin 07.06.2014

 

 

„Das Programm ist unbedingt dankbares Repertoire für einen potenten Chor. Und das ist der NDR Chor, seit 2008 von Philipp Ahmann geleitet. (…) Der NDR Chor präsentiert sich hier als virtuoses, wandlungsfähiges Ensemble mit erstaunlichem Potenzial zu stilistischer Differenzierung.“

Dr. Matthias Lange, Klassik.com, 13.06.2014

 

 

„Ahmann formt mit seinen Sängern einen gewaltigen Klang, der trotzdem niemals forciert wirkt, sondern organisch strömt und immer eine gewisse Durchlässigkeit bewahrt.“

Marcus Stäbler, NDR Kultur, 14.03.2014

 

 

Es ist ein Ros entsprungen

(Oktober 2015)

 

Werke von Praetorius, Brahms, Cornelius, Kaminski, Distler, Berg

 

Ausführende:

NDR Chor, Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Es-dur

 

 

Kritiken:

 

„Die künstlerische Qualität dieser Produktion bewegt sich auf höchstem Niveau. Der NDR Chor unter seinem Leiter Philipp Ahmann singt nicht nur präzise, die Stimmen der Sänger verschmelzen einerseits zu einem ausgewogenen Ganzen, an­dererseits bleiben die einzelnen Sänger dennoch lokalisierbar und im positiven Sinn markant und präsent. Gerade die angereicherte Tonalität vieler der ausgewählten Stücke verlangt nach einer schlanken, eleganten Stimmführung, durch die die komplexeren Harmonien, der ständige Wechsel von An- und Entspannung, dynamischer Steigerung und langsamem Ausklingen erfassbar werden. In allen diese Bereichen vermag der NDR Chor zu überzeugen.“

Volker Schier, das Orchester 06/2016, Seite 76

 

 

„Den NDR Chor verbindet seit 2008 eine interessante Ergebnisse zeitigende Zusammenarbeit mit Philipp Ahmann. Der hat den Chor stilistisch fortentwickelt, flexibilisiert, den Ansatz des Ensembles diversifiziert und geöffnet für ältere Ästhetiken, für jenen Zugriff, der lange Zeit spezialisierten Ensembles vorbehalten schien (…) Nach der zuletzt sehr interessierenden Produktion ‚A quattro cori‘ wiederum eine niveauvolle Veröffentlichung aus dem Hause Es-Dur.“

Dr. Matthias Lange, Klassik.com, 17.12.2015

 

 

 

Stralande Jul – Strahlende Weihnacht (November 2015)

Weihnachtslieder aus Deutschland und aller Welt

Volume 1

 

Ausführende:

MDR Rundfunkchor, Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Genuin

 

 

Kritiken:

 

„Der MDR Rundfunkchor, geleitet von seinem Ersten Gastdirigenten Philipp Ahmann, hat bei Genuin eine CD mit Weihnachtsliedern veröffentlicht. Die Mitglieder des Chores haben dafür Lieder aus ihrer Heimat ausgewählt. Das bringt reichlich Abwechslung, denn das renommierte Ensemble besteht aus 73 Sängerinnen und Sängern verschiedenster Nationalitäten – und so enthält diese Einspielung neben bekannten deutschen Liedern wie "Machet die Tore weit" oder "Vom Himmel hoch" Weihnachtslieder aus der ganzen Welt.“

Klassik-Blog Ouverture, 23.11.2015

 

 

„Die neue CD des MDR Rundfunkchors namens ‚Strålande Jul – Strahlende Weihnacht‘, präsentiert 28 Weihnachtslieder aus Europa. Unter der Leitung seines Ersten Gastdirigenten Philipp Ahmann singt der Chor bekannte Stücke aus Deutschland und seinen Nachbarländen. Es erklingen Klassiker wie "Stille Nacht" und "Vom Himmel hoch", die kombiniert werden mit Werken, die Mitglieder des Chores aus ihren Heimatländern mitgebracht haben. Auf diese Weise bekommt der Hörer manches interessante Fundstück geboten (…). Die Stücke sind schön eingesungen (…). Der Chorklang ist homogen und ausgewogen."

Klassik.com, Dr. Christiane Bayer, 12.02.2016

 

 

Peter Tschaikowsky – Geistliche Chormusik (Mai 2016)

 

Ausführende:

NDR Chor, Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Carus

 

 

 

 

 

 

Kritiken:

 

„Der NDR Chor, der heuer - wie auch der Chor des Bayerischen Rundfunks - sein 70-jähriges Bestehen feiert, ist von seiner Größe her eher ein Kammerchor. Umso bemerkenswerter die Sonorität, die das Ensemble unter seinem Leiter Philipp Ahmann entfaltet, klanglich zwar um einiges entfernt von der dunkel grundierten Mystik russischer Ensembles, dafür aber umso wendiger in Text-Deklamation und dynamischen Nuancierungen. Der Ansatz des Komponisten, den liturgischen Gesang der russisch-orthodoxen Kirche einerseits von fremden italienischen Einflüssen zu befreien und ihn andererseits respektvoll zu reformieren – dieser Ansatz findet seine stimmige Umsetzung durch den NDR Chor. Mit seiner Expressivität und klanglichen Direktheit erzeugt er einen ziemlich "modernen" Tschaikowsky-Klang, frei von allzu romantisierenden "Weichzeichnern".“

Matthias Keller, BR Klassik, CD-Tipp 12.05.2016

 

 

„Der NDR Chor macht nicht „auf russisch“, und doch klingt er so. Frei von flacher Stil-Imitatio, findet er, auch dank samtiger Bässe, einen eigenen Weg. Die tiefen Stimmen sind Teil eines genau austarierten Gesamtgebildes, das vor allem in den zurückgenommenen Passagen leuchtet und berührt. Philipp Ahmann meidet schleppende, pathetisch-langsame Tempi. Er findet ein überzeugendes Maß, das dem geistlichen Charakter durchaus entspricht.“

Christoph Vratz, Concerti

 

 

„Der Chor punktet vor allem mit seiner gepflegten Klangfülle und seiner großen Dynamik, wobei die Pianissimi, also die ganz leisen Stellen, sich als seine besondere Stärke erweisen. Dabei zeigt der Chor beste Intonation und ein tragendes Legato, das er stets mit seinem dichten und intensiven Klang ausfüllt. So nimmt einen der NDR Chor unter der Leitung von Philipp Ahmann in diese fremde Welt mit, die einen durch diese gelungene Interpretation anspricht und fesselt.“

Astrid Belschner, kulturradio, 03.05.2016

 

 

„Der NDR Chor hat neben Auszügen aus der Chrysostomos-Liturgie, der eigentlichen Messfeier der orthodoxen Kirche, neun liturgische Chöre aufgenommen, die in ihrer demütigen – nicht devoten – Lektüre besonders ausdrucksstark wirken. Trotz klarer Diktion kommt hier das Wesentliche von der Musik, vom stimmig abgestuften, differenzierten Chorklang. Zwischen den hellen, kristallinen hohen Stimmen und den mystischen Bässen darf man ein reiches Spektrum an Klangfarben genießen.“

Guy Engels, Pizzicato Journal, www.pizzicato.lu, 20.08.2016

 

 

„Inzwischen besitzt das Werk [Tschaikowskys] relative Repertoire-Standfestigkeit. Gleichwohl registriert man die Neuaufnahme des NDR Chores unter Philipp Ahmann mit Dankbarkeit. (…) Tschaikowsky hat hochexpressive, leuchtkräftige Musik geschrieben, die das Hamburger Vokalensemble mit unangreifbarer Klanghomogenität und sensibel abgestufter Dynamik präsentiert.“

Christoph Zimmermann, Fono Forum, September 2016

 

 

„Diese Sammlung von Tschaikowsky geistlicher Musik ist eine wertvolle Ergänzung zum Katalog (…).

Der Chor genießt geradezu die mehr dramatischen Sätze wie „Blazhenni yazhe izbral“ und „Nyne sily nebesniya“, den prächtigen „Cherubinischen Lobgesang“ aus der kompletten Liturgie und den jubilierenden Satz „Angel vopiyashe“ von 1887(…).

Ahmann dosiert das Tempo der Musik wirklich sehr gut.

Ich würde es sehr gern hören, wie dieser Chor diese Musik live aufführt (…).“

Ivan Moody, Gramophone, 16.9.2016 (Dt. Übersetzung)

 

 

Sofia Gubaidulina - Sonnengesang (Oktober 2016)

Jauchzt vor Gott (Ersteinspielung), Hell und Dunkel, Sonnengesang

 

Ausführende:

NDR Chor, Elbtonal Percussion, Ivan Monighetti (Cello), Christian Schmitt (Orgel), Philipp Ahmann (Dirigent)

 

                                                                                           Label: BIS

 

 

 

Kritiken:

 

„Zum 85. Geburtstag der weltbekannten tatarischen Komponistin Sofia Gubaidulina veröffentlicht BIS drei herausragende Einspielungen aus dem Archiv des Norddeutschen Rundfunks, die bereits 2011/12 aufgezeichnet wurden, darunter" Jauchzt vor Gott" als CD-Premiere. Man greift nicht zu hoch, die vorliegenden Aufnahmen als Referenz zu betrachten. Die CD setzt musikalisch, aufnahmetechnisch und auch in interpertatorischer Hinsicht Maßstäbe.

Seinen Weltrang bestätigt der NDR-Chor unter Philipp Ahmann bereits mit "Jauchzt vor Gott" für gemischten Chor und Orgel (...) .

Auch das 1976 entstandene Orgelsolo "Hell und dunkel" folgt einem klaren Kontrastprinzip: flirrende, schnelle Läufe im hohen Register interagieren hierbei mit dunkel gefärbten, tiefen Akkordfolgen. Christian Schmitt ist der souveräne Gestalter an der fabelhaft klingenden Orgel der Kulturkirche Altona.

Den zweifellos stärksten Eindruck hinterlässt Gubaidulinas Vertonung des "Cantico delle creature" ("Sonnengesang") Franz von Assisis für Violoncello, Kammerchor und Schlagzeug von 1997/98. (...) Ivan Monighetti ist der ideale Interpret, sekundiert wiederum vom NDR-Chor und Elbtonal Percussion.

Wer sich bislang mit der Musik Gubaidulinas schwer getan hat oder ihr noch nicht begegnet ist, sollte hier zugreifen. Eine ganz außerordentliche Einspielung, die dem Rang der Komponistin mehr als würdig ist.“

Heinz Braun, www.klassik-heute.de, 21.11.2016

 

 

„Gubaidulinas umfangreicher „Sonnengesang“ (…) ist auch enorm anspruchsvoll für den Cellisten, doch man kann sich kaum einen besseren Solisten wünschen als Ivan Monighetti. (…) Monighettis Darbietung, festgehalten in der exzellenten NDR-Aufnahme, ist ungewöhnlich präsent, so wie auch der Chor, der auf diese Weise jedes Detail hörbar macht, und ich spüre, dass dies eine ungewöhnliche Unmittelbarkeit hat.

(…) Wir haben eine strahlende Ersteinspielung der Psalm-Vertonung „Jauchzt vor Gott“ und das Orgel-Solo-Stück „Hell und Dunkel“, beide jubilieren in für den Gubaidulina typischen Kontrasten von Farb- und Lautstärkewechseln, und die drei Werke formen ein hoch zufriedenstellendes Programm. Ahmanns Leitung ist genau treffend und der Chor macht seine Sache blendend. Ein Lob auch für den Organisten Christian Schmitt, der deutlich die eigenwillige Orgel-Schreibweise aufs Ganze genießt.

Eine überragende CD.“

Ivan Moody, Gramophone, 30.12.2016 (Dt. Übersetzung)

 

 

„Suggestive Klanglichkeit – Die Musik der Russin Sofia Gubaidulina vereint verschiedenste Einflüsse – hier kommt die Faszination dieser Musik zum Ausdruck

(…) Die Musik der Russin Sofia Gubaidulina vereint verschiedenste Einflüsse: psalmodische Vokalpassagen und tonale Harmonik stehen neben Clustern und Geräuschhaftem, Schlagzeuggewitter neben kontemplativer Versenkung. Um sie adäquat zur Wirkung zu bringen braucht man exzellente Kräfte – wie auf dieser Einspielung, wo der formidable NDR Chor und der Organist Christian Schmitt das hier erstmals eingespielte „Jauchzet vor “ für gemischten Chor und Orgel in seiner ganzen suggestiven Klanglichkeit zum Ausdruck bringen. Auch der „Sonnengesang“, eines von Gubaidulinas Hauptwerken, und das Orgelstück „Hell und Dunkel“ vermitteln eindringlich die Faszination von Gubaidulinas Musik.“

Frank Armbruster, Concerti, 15. Januar 2017

 

 

„Das primäre Interesse an dieser CD wird wahrscheinlich für die meisten Hörer dem „Sonnengesang“ gelten, eines von Gubaidulinas bekanntesten Werken und eines, das meines Wissens zumindest vier weitere Aufnahmen erhalten hat. (…) All diese Aufnahmen sind gut angenommen worden und diese neue kann dieser illustren Gruppe mühelos beitreten. (…) Diese neue Aufnahme (…) hat eine natürliche Perspektive mit dem Cellisten Ivan Monighetti vorne und dem Chor und der Perkussion dahinter. Man kann in vollster Weise Cellist und Chor würdigen (…).

Das kürzeste Stück auf der CD, „Jauchzt vor Gott“, ist eine Weltersteinspielung. Trotz seiner kurzen Dauer ist es ein beeindruckendes Stück, das eine ziemliche Wirkung erzielt. (…) Ich kann mir keine bessere Darbietung vorstellen als die hier von NDR Chor und Organist Christian Schmitt gebotene. (…)

Ich hege keine Zurückhaltung, diese SACD all denjenigen zu empfehlen, die dieses spezielle Programm wollen. Die Darbietungen sind alle exzellent und der Sound ist auch sehr gut, auch wenn man wie ich die Aufnahme im Zweikanalsystem anhört.“

Leslie Wright, Music Web International, Februar 2017 (Dt. Übersetzung)

 

 

„Zarter und frommer Lobgesang berührt - Einer der Urgesteine der modernen Musik, Sofia Gubaidulinas „Sonnengesang“, hat bei seiner Uraufführung selbst Mstislaw Rostropowich zu Tränen bewegt. „Sonnengesang“ ist ein breitgefächertes, dramaturgisch klar fassliches Ritual zum alle Geschöpfen lobenden Text Franz von Assissis und fordert dem Interpreten einen klangvollen, zarten Ausdruck ab, jedoch ohne jegliche Übertreibung des Gefühls. Dem Chor des Norddeutschen Rundfunks gelingt in der neuesten Veröffentlichung dieses Werkes ein aus allen Perspektiven her gesehen unübertrefflicher Ausdruck. (…)

Der Text „Jauchzt vor Gott”, basierend auf dem Psalm 66, beinhaltet natürlich manchen freudevollen Ausdruck - aber erst gegen Ende des Werkes. Jener Teil des Werkes, in welchem die Orgel und der Gemischte Chor gegeneinander agieren, entwickelt sich eher aus einem ängstlichen und schmerzerfüllten Zustand. Die überragende Aufnahme des Norddeutschen Rundfunks ist die Erstaufnahme des gesanglich anspruchsvollen Werkes.

Das Hauptwerk auf der Aufnahme, Guibaidulinas Sonnengesang, ist technisch vielleicht etwas leichter, aber in seiner 40-minütigen Länge und Dramaturgie anspruchsvoller. Geleitet von Philipp Ahmann gelingt dem Chor und den Solisten des Norddeutschen Rundfunks, dem Cellisten Ivan Monghetti sowie den Schlaginstrumentalisten die Erschaffung einer zarten Farbenwelt. In seiner breiten Farbpalette klingt die Aufnahme warm. (…)“

Ville Komppa, Yle Helsinki (Staatlicher Rundfunk Helsinki), Dezember 2016 (Dt. Übersetzung: Amanda Martikainen)

 

 

„Das Eröffnungsstück „Jauchzt vor Gott“ (…) wurde in Hamburgs Hauptkirche St. Nikolai aufgenommen. Beginnend mit der Idee eines immerfort kreisenden Choralgesangs schließen sich alle Stimmen des exzellenten NDR Chores zu einer Klangwolke zusammen, aus der sich Solostimmen spinnen, unterbrochen von unheilvollen Kommentaren der Orgel – ein besonders beeindruckend klingendes Instrument in SACD-Abmischung. (...)“

BBC Music Magazine, Daniel Jaffé, March 2017 (Dt. Übersetzung)

 

 

„(…) Dem Cellisten Ivan Monighetti gelingt all das hervorragend, ebenso wie die drei Vertreter des Ensembles Elbtonal Percussion den passenden Zugriff auf die Musik finden. Der NDR Chor begeistert durch große Geschlossenheit des Klangs, der gleichzeitig Charakter hat. (…)

Bereits in dem kurzen Chorstück „Jauchzt vor Gott“ gelingt dem Chor und den mitunter einzeln hervortretenden Stimmen eine vollendete Klangbalance im Widerspiel mit der Orgel, die in ihrem von Christian Schmitt realisierten Solo „Hell und Dunkel“ ohne aufzutrumpfen oder alle Register zu ziehen ein musikalisches Gemälde feiner, doch kontrastreicher Farben entstehen lässt. (…)“

Musik: *****, Klang *****

Fono Forum, Johannes Schmitz, April 2017

 

 

„Wiederaufnahme einer Tradition – Der NDR Chor setzt seine Tradition, zeitgenössische Chormusik zu fördern, mit dieser großartigen Einspielung auf eindrucksvolle Weise fort. (…) 'Jauchzt vor Gott' für Chor und Orgel aus dem Jahr 1989 ist eine Vertonung einiger Zeilen aus dem 66. Psalm. (…) 2012 erfolgte die hier vorliegende Einspielung in der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai. Mit ihr führt der NDR Chor unter seinem Leiter Philipp Ahmann die große Tradition der Einspielung bedeutender neuer Chormusik in höchster Qualität fort – eine Tradition, die etwas ins Hintertreffen geraten war, weswegen die neue BIS-SACD (in beeindruckend großflächigem und doch klar strukturiertem Klang) umso mehr willkommen zu heißen ist. Christian Schmitt ist in diesem Fall ein kongenialer Partner, dem sein Orgelpart hörbar ‚in den Fingern’ liegt. (…) Der Höhepunkt der SACD ist aber 'Sonnengesang' für Cello, Kammerchor und Schlagzeug aus den Jahren 1997/8. (…)“

Magazin Klassik.com, Dr. Jürgen Schaarwächter, 16.07.2017

 

 

 

O sanctissima – O du fröhliche (Oktober 2017)

Weihnachtslieder aus Deutschland und aller Welt

Volume 2

 

Ausführende:

MDR Rundfunkchor, Philipp Ahmann (Dirigent)

 

Label: Genuin

 

Kritiken:

 

„Wie klingt Weihnachten, rings um den Erdball? Der MDR Rundfunk- chor vereint Sängerinnen und Sänger aus zehn Ländern – und ist somit das perfekte Ensemble, um die Vielfalt an Traditionen zu erkunden, die weltweit mit dem Fest verbunden sind. Auf dieser CD lädt der MDR Rundfunkchor nun bereits zum zweiten Male dazu ein, Schätze aus vielen Regionen zu entdecken.

27 Weihnachtslieder haben die Profis aus Leipzig unter Leitung von Philipp Ahmann eingespielt. Darunter sind Klassiker, (…) aber auch Lieder aus Russland, Frankreich, England, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark, Italien, Armenien, Venezuela, von den Bermudas, aus den USA, Japan und sogar, in Ersteinspielung, ein Lied aus Korea, das extra für diese CD entstanden ist.

Im Beiheft berichten Chorsänger, was sie an den einzelnen Liedern begeistert. Und auch der Zuhörer wird begeistert sein, denn die Leipziger musizieren auf höchstem Niveau. Mit dieser CD bestätigt der MDR Rundfunkchor einmal mehr seinen hohen Rang als eines der besten professionellen Ensembles Europas.“

Ouvertüre – der Klassik-Blog, 5.12.2017

 

 

„(…) künstlerisch hoch anspruchsvoll interpretiert (…)“

Concerti, Maximilian Theiss, Dezember 2017

 

„Weihnachtslieder aus aller Welt singt der MDR-Rundfunkchor unter Leitung von Philipp Ahmann. „O sanctissima“ aus Italien (so der Titel der CD) kennen wir als „O du fröhliche“, und manches von Schütz und Reger ist in Kantoreien hierzulande beliebt. Nun singen auch in diesem professionellen Chor mittlerweile Damen und Herren aus aller Welt – und haben dieses Programm inspiriert. (...) Es gibt also viel zu entdecken, der Chor und seine gelegentlich hervortretenden Solisten pflegen ihren legendären homogenen Klang.“

Andreas Bomba, Frankfurter Neue Presse, 14. Dezember 2017

 

 

„(…) Vorzüglich und makellos singt der MDR Rundfunkchor unter Leitung seines Gastdirigenten Philipp Ahmann (…) mit ausgesucht schönem Klang, sorgfältiger Intonation und guter Aussprache; (…) Überhaupt verdient der Blick über den europäischen Tellerrand hinaus besonderes Interesse. (…) Schön, dass einige Sängerinnen und Sänger sich an Weihnachtslieder und –bräuche aus ihrer Heimat erinnern oder gar komponierend und arrangierend tätig werden.“

Andreas Bomba, Das Orchester, Februar 2018